Wilhelm Busch – Der gereimte Schopenhauer

Wilhelm Busch als Philosoph? Allerdings. Wer hätte je einen so abgründig klugen Kommentar zu den Verlockungen geschrieben,
dieser Welt auf abgekürztem Wege zu entrinnen?

„Dilemma
Das glaube mir – so sagte er –
Die Welt ist mir zuwider,
Und wenn die Grübelei nicht wär,
So schöss’ ich mich darnieder.
Was aber wird nach diesem Knall
Sich späterhin begeben?
Warum ist mir mein Todesfall
So eklig wie mein Leben?
Mir wäre doch, potzsapperlot,
Der ganze Spaß verdorben,
Wenn man am Ende gar nicht tot,
Nachdem daß man gestorben.

Übrigens zitiert man Wilhelm Busch allzu oft strikt sinnentstellend. Hier ein Beispiel:
„Es ist ein Brauch von alters her:
Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“
Doch im Falle der Helene ist es gerade so, daß es der Likör ist, der ihr Sorgen macht
… Denn beim Griff zur Flasche
„fällt die Lampe um / Gefüllt mit dem Petroleum. / Und hilflos und mit Angstgewimmer / Verkohlt dies fromme Frauenzimmer.”

Busch, der Undercover-Philosoph, hat’s „in sich” … Übrigens: W.B. hat sich zu dem von ihm verehrten Schopenhauer mehr als einmal explizit geäußert… Stoff genug, um nachzudenken.

Samstag, 30 März 2019, 10:30 bis 17:00 Uhr

Referent: Dr. Gerd B. Achenbach

Kosten: 35,- €, inkl. Mittagessen (Für Schüler, Studenten und Arbeitslose kostenlos)

Anmeldung:
Tel.: 02661 6702
von 10 – 12 Uhr
und 15 – 19 Uhr